
Ich bin mir nicht sicher, wann 11eleven die Form annahm, die wir heute kennen: Anfangs bestand das Sortiment nur aus einer Handvoll Sweatshirts und T-Shirts (denn vor zehn Jahren hatte jedes Sweatshirt und T-Shirt, das wir in die Finger bekamen, irgendetwas, das uns nicht ganz überzeugte – Anm. d. Red.). Dann wurde das Sortiment erweitert, und nach den ersten Modellen begriffen wir, dass es eine großartige Idee sein könnte, die, kombiniert mit den damaligen Kaufgewohnheiten, dem Laden einen Schub geben könnte (11eleven entstand zunächst als stationäres Geschäft, vielleicht brauchte die Marke auch deshalb Zeit, um zu reifen).

In dieser Zeit, die notwendig war, um unsere Ideen reifen zu lassen, erkannten wir, dass wir unsere Umweltbelastung reduzieren könnten (die Modebranche gehört zu den umweltschädlichsten Sektoren – Anm. d. Red.: eine andere Quelle), wenn wir uns für die Kreislaufwirtschaft entscheiden würden: Auf bereits verbrauchte Umwelt- und menschliche Energie zurückzugreifen, war die logischste Wahl und passte zudem perfekt zu unserem persönlichen Weg. Diese Entscheidung erweist sich bis heute als eine der klügsten, denn sie hält unsere Kreativität flexibel und aktiv (wer alles kann, neigt zur Selbstzufriedenheit; wer aber das Vorhandene erschließen und nutzen muss, kann auf Ideen zurückgreifen, die ihm in „komfortableren“ Situationen vielleicht nicht in den Sinn gekommen wären).

Die Pandemie war objektiv betrachtet ein Wendepunkt, der das Davor und Danach definierte: Viele Dynamiken veränderten sich, einige Lieferanten schlugen Wege ein, die nicht mehr zu unseren passten, wir selbst spürten die Notwendigkeit, innezuhalten und einige Entscheidungen zu überdenken, die wir in einer Welt getroffen hatten, die in mancher Hinsicht nicht mehr existierte.
Man sagt, Veränderung komme dann, wenn man seine Komfortzone verlässt und hinterfragt, was einst in Ordnung war: Das war bei uns definitiv der Fall.
Loszulassen zu lernen war nicht einfach (wir arbeiten auch heute noch an diesem Thema, und ich weiß, dass es für viele ein Thema ist).

Heute gehen wir noch einen Schritt weiter: Wir machen einen Teil unseres Produktionsprozesses für die Kunden unseres 11eleven-Ladens sichtbar. Der eigens dafür eingerichtete 11eleven-Bereich im Laden soll ein „Restaurant mit offener Küche“ sein, denn wir glauben an die Kraft des Teilens und möchten all jenen etwas zurückgeben, deren Vertrauen den Erfolg unserer Marke ermöglicht.

Ein Dutzend Saisons später blicken wir auf das bisher Erreichte zurück und könnten nicht dankbarer sein;
Der Weg ist lang und das Verbesserungspotenzial ist stets groß.
Mit dem Wunsch, stets ein angenehmer Ort zum Verweilen zu sein und Kleidung zu finden, in der man sich wohlfühlt und die einen ein Leben lang begleitet.
Maura, Claudia & Dana
